dauerte die erste Runde
Initiative Planungssicherheit 2027
Wir können keine Preise kalkulieren, wenn uns die wichtigste Zahl fehlt.
Ein offener Brief aus dem Gebäudereiniger-Handwerk an IG BAU und BIV. Nicht gegen Arbeitnehmer. Nicht gegen Arbeitgeber. Für Planungssicherheit.
brauchen Betriebe neue Preise
Beschäftigte sind betroffen
Unsere Kunden planen jetzt. Wir sollen raten.
Während sechs Wochen bis zum nächsten Verhandlungstermin verstreichen, schreiben Betriebe Angebote, kalkulieren Ausschreibungen und verlängern Verträge für 2027.
Wer zu niedrig kalkuliert, trägt das Risiko selbst. Wer vorsorglich zu hoch kalkuliert, verliert womöglich den Auftrag. Wer später nachverhandelt, gefährdet die Kundenbeziehung.
Ein Unternehmen muss wissen, was seine Leistung kostet, bevor es sie verkauft.
Offener Brief
Planungssicherheit für 2027 – jetzt.
An die IG BAU und den Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks
Sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter der IG BAU,
sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter des Bundesinnungsverbandes,
wir wenden uns als Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Gebäudereiniger-Handwerk gemeinsam an Sie.
Nicht, weil wir Tarifverhandlungen verhindern wollen. Nicht, weil Beschäftigte keine angemessenen Löhne verdienen. Und auch nicht, weil wir die Tarifautonomie infrage stellen.
Wir wenden uns an Sie, weil wir unsere Unternehmen führen müssen.
Die erste Tarifrunde am 9. September wurde nach rund drei Stunden ohne Ergebnis beendet. Die Forderung der IG BAU – zwei Euro mehr pro Stunde bei zwölf Monaten Laufzeit – war bereits seit Juni bekannt. Der BIV legte nach Darstellung der IG BAU kein Angebot vor. Die nächste Verhandlungsrunde ist trotzdem erst für den 22. Oktober angesetzt.
Für die Unternehmen unserer Branche bedeutet diese Zeitspanne keine Pause. Während dieser Wochen werden Angebote geschrieben, Ausschreibungen kalkuliert, Verträge verlängert und Budgets für 2027 festgelegt.
Der größte Kostenfaktor unserer Betriebe ist der Lohn. Genau diesen Kostenfaktor kennen wir für 2027 nicht.
Ein Kunde erwartet heute einen verbindlichen Preis für eine Leistung, die im Januar beginnt. Wir sollen diesen Preis seriös kalkulieren – ohne zu wissen, welche Personalkosten wenige Wochen später für genau diesen Auftrag gelten werden.
Wer heute zu niedrig kalkuliert, trägt das wirtschaftliche Risiko selbst. Wer vorsorglich zu hoch kalkuliert, verliert möglicherweise den Auftrag. Wer später nachverhandeln muss, beschädigt im schlimmsten Fall die Kundenbeziehung.
Unsere Forderung ist einfach:
IG BAU und BIV müssen die Taktung der Tarifverhandlungen deutlich erhöhen und alles Zumutbare dafür tun, den Betrieben so früh wie möglich Planungssicherheit für 2027 zu geben.
Wenn eine Einigung noch nicht möglich ist, erwarten wir zusätzliche Gesprächstermine. Es dürfen nicht anderthalb Monate verstreichen, während tausende Unternehmen Verträge für das kommende Jahr kalkulieren müssen.
Tarifautonomie ist ein hohes Gut. Aber Tarifautonomie bedeutet auch Verantwortung für die wirtschaftlichen Folgen des eigenen Handelns.
Setzen Sie sich früher wieder an einen Tisch. Verkürzen Sie die Abstände zwischen den Verhandlungen. Behandeln Sie Planungssicherheit nicht als Problem, das ausschließlich die Unternehmen lösen müssen.
Denn „später erhöhen die Betriebe eben ihre Preise“ ist keine wirtschaftliche Lösung. Ein Unternehmen muss wissen, was seine Leistung kostet, bevor es sie verkauft.
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Adam · Reinigungsretter®
und die unterzeichnenden Unternehmen des Gebäudereiniger-Handwerks
Aus einzelnen Stimmen wird eine Branchenforderung.
Die Unterzeichnungen werden geprüft. Veröffentlicht werden Name, Unternehmen und Ort nur mit ausdrücklicher Zustimmung.
Der offene Brief geht offiziell an IG BAU und BIV.
Wir machen die Fälle aus den Betrieben sichtbar.
Wir veröffentlichen das Ergebnis als Pressemitteilung.
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Gib der Forderung dein Unternehmen und deine Stimme.
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